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Der Fall Abdul Rahman zeigt
wieder einmal wie rücksichtslos die Justiz in Afghanistan vorgeht. Die
Inhaftierung unseres Landsmannes Abdul Rahman verstößt gegen geltendes
Recht in Afghanistan und internationale Vereinbarungen, die die
Freiheit des Glaubens fest schreiben. Afghanistan hat sich diesen
Vereinbarungen verpflicht und muss sie auch einhalten.
Jeder Mensch ist frei und hat
das Recht seinen Glauben und seine politische Gesinnung frei zu
wählen. Kein Staat oder irgend eine andere Institution darf diese
elementaren Rechte der Menschen einschränken.
Wir Afghanen wissen ganz genau wie fatal die Folgen
von Unterdrückung und Willkür im Namen der Religion oder einer
politischen Ideologie sind. Daher fordern wir die afghanische
Regierung auf, aus Respekt vor den elementarsten Rechten der Menschen
und der eigenen Verfassung, Herrn Abdul Rahman frei zu lassen. Wir
alle, die sich als muslimische Mehrheit in diesem Land verstehen,
sollten uns bei ihm entschuldigen und darauf achten, dass nie wieder
ein Mensch in Afghanistan aufgrund seines Glaubens oder seiner
politischen Überzeugung vor den Kadi gezehrt wird.
Mit dem Wunsch, dass Herr Karzai diesen Aufruf ernst
nimmt,
die Unterzeichner:
Afghanische Intellektuellen und Kulturschaffenden
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